Was spricht gegen Jobsharing?

In der Schweiz ist die Situation von Müttern auf dem Arbeitsmarkt schwierig: Ich arbeitete lange Zeit in der Uhrenindustrie. Als ich schwanger wurde, teilte man mir mit, dass ich nach der Geburt keine Teilzeitstelle bekommen würde. Und das, obwohl ich im Betrieb gelernt und eine 20-jährige professionelle Berufserfahrung nachzuweisen habe. Meine Ausbildung reicht von der Montage einfacher bis zu sehr komplizierter Mechanismen.

Ein Arbeitsumfeld für Männer

Ich wäre auf eine reduzierte Anstellung angewiesen gewesen. Denn ich wollte unbedingt meine Rolle als Mutter und Hausfrau so gut wie möglich ausüben und trotzdem weiterarbeiten. Zudem lebt ein Teil meiner Familie in weiter Ferne und der andere Teil ist selbst ausgelastet; mein Kind abgeben hätte ich also nicht können. Das Arbeitsumfeld in der Industrie ist stark an Männern ausgerichtet: Schichtarbeit beispielweise erschwert die Vereinbarkeit mit dem Familienleben. Teilzeitstellen gibt es, wie gesagt, kaum. Deswegen blieb auch mir nichts anders übrig, als nach der Geburt von meinem Sohn zu kündigen. Seither bin ich auf Stellensuche, die sich nicht einfach gestaltet als junge Mutter.

Schlecht für Frauen - schlecht für die Familie?

Im Allgemeinen habe ich den Eindruck, dass Mütter in der Schweiz eine eher schlechtere Position haben. Das zeigen die vielen Geschichten von Frauen, denen nach der Geburt ihre Kindes gekündigt wird oder für die es fast unmöglich ist, Teilzeit zu arbeiten. Aber auch die Tatsache, dass die Familienzulagen nur an Erwerbstätige ausgezahlt werden. In meinem Fall bekommt diese nun mein Freund. Somit fliesst sie immerhin in unseren Haushalt zurück. Aber wie machen das Alleinerziehende ohne Möglichkeit, eine Stelle zu bekommen? Alle Nachteile welche Frauen in der Berufswelt haben, schlagen sich auch unweigerlich auf die Familie nieder. Dies empfinde ich überhaupt nicht als zukunftsweisend.

Jobsharing macht produktiver

Eine Lösung wäre meiner Meinung nach – gerade in der Industrie – das Jobsharing. Es ist hinreichend bekannt, dass die Leistung an Arbeitsstellen nach etwa einem halben Tag stark nachlässt. Eine Aufteilung von einer Arbeitsstelle auf zwei Personen wäre sinnvoll und machbar. Die Angestellten wären motivierter und dies könnte wiederum zu einer Produktionssteigerung führen. Arbeitgeber könnten also gewinnen Dank Teilzeitstellen. Und Familien würden von so einer Flexibilität profitieren. Das sind doch zukunftsweisende Modelle.

Das ist die Geschichte von Alex.

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