Wir sind viele

Vieles, was wir Frauen* bei der Arbeit erleben, passiert uns, weil wir Frauen* sind. Hier erzählen wir unsere Geschichten:

Erzähl auch du deine Geschichte.

Erzähl uns deine Geschichte.
«Ich arbeite in der Maschinenbau-Industrie im Schichtbetrieb. Die Arbeit an sich ist nicht das Problem.
Problem ist, dass wir so hohe Stückzahlen erreichen müssen und natürlich keien Fehler machen dürfen. Aber hoher Druck durch Vorgesetzte, Stress und Müdigkeit wegen vieler Überstunden können leicht zu Fehlern führen. Wir haben immer Angst, dass wir wegen eines Fehlers zum Chef gerufen werden. Dabei machen wir unsere Arbeit so gut und genau wie wir können - aber an Wertschätzung und Respekt gegenüber uns Frauen im Betrieb mangelt es sehr. Es wäre sehr wichtig für uns, wenn eine Atmosphäre herrschen würde, in der wir ohne Angst vor Abmahnung, Kündigung oder noch mehr Druck durch Vorgesetzte schaffen könnten. Unsere Körper brauchen Ruhe. Wir Frauen dort brauchen Zeit, um uns zu erholen. Zudem bekommen die Männer für die gleiche Arbeit mehr Lohn. Warum?»
Anonym
«Ich arbeitete ein Jahr als Serviceangstellte. Es war eine sehr anstrengende Zeit, ultraschlecht bezahlt- was der Chef selber so kommunizierte und mit erzählte es gäbe dann bald eine Lohnerhöhung. Teilweise wurde ich nicht mal angeschaut vom Chef. Kein Hallo, nix. Ich wurde eingeteilt wie sie wollten, beleidigt ich solle die Augen aufmachen als der Chef in mich mit übervollen Tablett lief. In der Küche würde ich immer wieder mündlich sexuell angemacht, angestarrt, es wurde getuschelt.»
Anonym
«Ich habe mich auf eine höhere Kaderfunktion beworben und weil ich während des Bewerbungsverfahrens die Schwangerschaft bemerkte und vor der Vertragsunterzeichnung mitteilte, sagte man mir deshalb ab. Obwohl ich vor und nach der Mutterschaftsschutzes 100% arbeiten wollte, weil mein Ehemann die Kinderbetreuuung zu 100% übernommen hat.»
Regula
«Ich wurde am 1. Arbeitstag nach dem Mutterschutz gekündigt und freigestellt. Ich wäre 29 Tage während der Schwangerschaft krank gewesen. Zusätzlich wurden mir Vorwürfe gemacht, die nie während der Anstellung erwähnt wurde. Zeitlich wurden die Vorwürfe während der Zeit dargestellt, als mir der Teilzeitvertrag angeboten wurde. Ich habe bis 4 Tage vor Geburt gearbeitet (2 Wochen vor Termin), meine Chefin wünschte mir schöne Ferien und verstand nicht, warum ich 2 Wochen mich zu 100% krank schreiben liess.»
Anonym
«Manchmal ist es schwierig neutral zu bleiben. Ich, Frau, bin seit den letzten 7 Jahren aufgrund technischen Berufes nur unter Männer. Mitlernende, Mitarbeiter und Mitschüler waren/sind männlich. Ganz ehrlich, es war eine tolle Zeit. Toll, bis ich die Abteilung wechselte. Mit mir wurde der Altersdurchschnitt um gefühlt ca. 20 Jahre tiefer. So, nun sitze ich da zwischen alten Säcken die natürlich Freude hatten eine junge Dame unter sich zu haben. Nachteil: ich war begabt in meinem Bereich, erste Aufträge und Projekte gingen an mich und nicht an sie. Auch musste ich x-mal den Arbeitsplatz wechseln weil der eine beleigt war, dass ich nicht neben ihm sass und anscheinend noch uralte Technik erlernen musste (1980, wir haben 2019). Neben der eigentlichen Arbeit gehe ich auch zu Interviews mit der NZZ, unterstütze die IT-Tage und wo ich sonst helfen konnte, da war ich auch dabei.
Bald aber hiess es wieder Stellenabbau. Wer musste weg? 21-Jährige mit modernem technischen Fachwissen, beteiligte an mehreren Projekten (weil neugierig), Frauen in der IT (Interviews, Anlässe).
Wie ich überhaupt in diese Abteilung geraten bin? "Du wurdest wärmstens empfohlen. Komm doch mal bei uns vorbei."

Manchmal ist man naiv. Manchmal erwartet man nichts Schlimmes. Manchmal sind es nur die kleinen Dinge. Doch manchmal zählen sich die vielen kleinen Dinge zusammen.
Heute sitze ich wieder in einer Männerklasse an der BMZ. Wer gibt den Ton an? Die Männer wissen es.»
Anonym
«Wenn ich schreiben würde was bei uns los ist und mein Chef das liest, würde er sofort wissen wer das war und ich wäre meinen Job los und hätte eine Klage am Hals. Wir müssen Kunden anlügen, gratis arbeiten und verdienen einen Hungerlohn, bei dem Existenzen kaputt gehen. Aus Angst den Job zu verlieren schweigen die meisten und diejenigen, die sich wehren kommen unter die Räder. Wer Kündigt wird vom Chef aufs übelste beschimpft!»
Anonym
«Ich hatte eine tolle Stelle im Büro bekommen bei einem Familienbetrieb die einen kleinen Malerzubehör-Laden hatten. Da ich nicht fürs KV ausgebildet war, hatte der Chef mit mir 1 Woche intensiv gearbeitet um mir alle Abläufe beizubringen. Auch der Vater meines Chefs war viel anwesend. In kurzer Zeit habe ich verstanden, dass der Alte eigentlich das Sagen hat und sein Sohn nur seine Marionette ist.
Soweit so gut, ich wurde viel gelobt, die tollste Mitatbeiterin etc.
Dann wurde ich schwanger....
Als ich es dem Chef und seinem Vater mitteilte, wurde ich 1. damit bedroht und, ich wiederhole es mit seinen, Worten: "...wenn ich diese Kind nicht ABTREIBEN würde, dann werde ich schon sehen was mit mir passiert. "
Ich ging noch weiter zur Arbeit, wurde aber wie ein dreckiges Tier behandelt und war meistens alleine in der Firma, Chef? Keine Ahnung, wo der war.
Ich sprach mit meiner Frauenärztin und bekam ein Zeugnis. Als ich dieses dem Arbeitgeber einreichte, bekam ich keinen Lohn mehr, gar nichts. Mir ging es während der ganzen Schwangerschaft sehr schlecht, meine Tochter kam mit einem Herzfehler auf die Welt und mir ging es noch schlechter, die Beziehung litt sehr darunter.
Ich bin nun seit 2 Jahren in psychologischer Behandlung, so vieles ist kaputt gegangen und ich frage mich wieso niemand hilft und diese Leute damit durchkommen...»
Helena
«Ich arbeite als Verkaufsangestellte in Flughafen Zürich, im Sommer gibt es Zeiten das ich z.b 15 Tage ohne einen freien Tag arbeite, und im winter gibt es Zeiten, dass ich 10 Tage am stück frei habe. Ich bin auf Stundenlohn eingesetzt da wir zu einer Coop firma gehören bekommen wir gelegentlich einmal im Jahr einen Gutschein für unseren Einsatz ich habe bis 9 Monat von meiner Schwangerschaft gearbeitet und war 4 Monate weg (mutterschafts urlaub) da ich 4 Monate weg war habe ich kein Gutschein bekommen. Flexibel muss man sein, bis 23.00 arbeiten oder von 4 morgens, Privatleben hat es keins. Es gibt Zeiten, dass ich 5 Monate kein Wochenende frei habe. Löhne sind lächerlich Wochenende 20 rappen mehr bezahlt so wie auch Feiertage. Kontrolle über die Arbeitsstunden gibt es nicht Leute die kein deutsch können sind Teamleiter. Höhere Position bekomme ich nicht weil ich kinder habe. Obwohl ich sehr flexibel bin, meine arbeit erledige ich perfekt gibt es keinen höheren stundenlohn. Oder einen festen Vertrag.»
Anonym
«Ich arbeite seit einem Jahr als Zimmermädchen (50% Stundenlohn) in einem Hotel. Am Anfang habe ich sogar 80 bis 100% gearbeitet, weil wir unterbesetzt waren. Der Dienstplan wird von einer Kollegin gemacht, ich muss jedes Wochenende arbeiten und habe Donnerstag und Freitag frei. Mein Familienleben leidet sehr darunter. Wir haben keine gemeinsamen Aktivitäten mehr an den Wochenenden. Oft soll ich früher kommen oder später gehen.»
Cristiana
«Ich habe 2 Jahre lang im Service gejobbt. Ich war nicht sehr erfahren, also fiel mit an einem Abend eine Gabel hinunter. Aus ich mich bückte um die Gabel aufzuheben ergriff ein Mann um die 70 die Gelegenheit um mir von hinten zwischen die Beine zu langen. Ich war so perplex dass ich mit meinen damals 18 Jahren nicht wusste wie ich reagieren sollte. Auch die Männer die das Geschehen mitbekommen haben sind nicht weiter darauf eingegangen.
Es ist schade weil mir der Job als Service Angestellte sehr gefallen hat, aber ich habe keine Lust mehr auf ständige Anmachsprüche und Begerapschungen. Was mir aufgefallen ist, die unangebrachten Kommentare etc. kamen meistens von der älteren Generation.»
Anonym
«Ich arbeite seit fast 2 Jahren in einer Firma. Und im Januar habe ich mein 2 Kind bekommen. Ich habe während Mutterschaftsurlaub sehr viel erlebt und ging mir Plötzlich psychisch nicht gut. Ich habe mein Chef gebeten, dass er mir noch 2 Monate unbezahlte Ferien genehmigen. Er meinte, wenn wir Arbeitsvertrag unterschreibe, gilt auch, dass wir keine unbezahlte Ferien genehmigen sollen. Dass ist wirklich sehr unfair. Obwohl ich meine Beruf abgeschlossen habe als Bauteilmonteurin beim SMD Bereich und ich 60% arbeite, verdiene ich, als würde ich 50% arbeiten!»
Anonym
«Ich arbeite in einer kleinen Reinigungsfirma, Ich arbeite im Stundenlohn. Wie viele Stunden ich im Monat arbeite, ist völlig unterschiedlich, ich weiss es nie im Voraus. Bei mir ist es so: Ich bekomme am Tag vorher Bescheid, ob ich am nächsten Tag arbeiten muss. Das heisst, ich bekomme am Abend eine SMS, wo und wann ich am nächsten Tag beginnen muss. Manchmal bekomme ich die SMS auch morgens um 5 Uhr, dass ich ein paar Stunden später parat sein muss. Das bedeutet für uns Frauen aus der Reinigung, dass wir praktisch kein Privatleben haben. Wir müssen ständig flexibel sein, immer für die Firma da sein.»
Anonym
«Vielen von uns Reinigungsfrauen geht es ähnlich: Wir haben mindestens einen Job, aber eigentlich reicht das nicht, um am Ende des Monats die Rechnungen zu bezahlen. Deswegen arbeiten die meisten von uns noch in einem zweiten Job. Am Vormittag putzen wir im Hotel, am Abend putzen wir noch privat, ein Büro zum Beispiel. Bei mir war das lange so, aktuell reinige ich gerade nur privat. Bei der Hotelreinigung ist ein Problem, dass wir aufgeboten werden, aber wenn die Gäste die Zimmer noch nicht verlassen haben, können wir nicht anfangen mit Putzen. Das heisst, manchmal müssen wir 12 Stunden vor Ort sein, bezahlt ist aber nur die Hälfte, also dann, wenn wir tatsächlich putzen.»
Anonym
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«Oft musste ich mir von meinem Chef Sätze anhören wie "mach das oder es gibt schlänge" oder "du bist im Meeting nur Dekoration". Einmal hat er mich in einem Meeting begonnen zu beschimpfen ohne Grund. Ich habe ihn gebeten mit mir in einem freundlichen Ton zu sprechen. Leider hat er damit nicht aufgehört. Daher bin ich aufgestanden und zu meinem Arbeitsplatz zurück. Plötzlich knallte dann der Chef die Sitzungstür auf und rannte brüllend mit erhobener Hand auf mich zu. Ich habe Panik gekriegt und bin weggerannt. Danach habe ich sofort gekündet.»
Anonym
«Anlässe, bei denen Kinder in der Kita übernachteten, wurden bei uns als Freizeit gezählt. Es wurde von uns erwartet, dass wir die Kinder während dieser Zeit betreuen, aber das galt nicht als bezahlte Arbeitszeit!»
Nina
«Salve a tutte sono 2 anni che lavoro e mi trovo a Zurigo e ho trovato solo dei lavori a contratto ad ore a 18 franchi puliti e ne bevo fare due lavori per poter raggiungere uno stipendio di 3000 e così facendo non sono mai a casa e giorni liberi , e ho il terrore di non poter mai diventare mamma ,altrimenti devo scegliere di essere una madre oppure lavorare e non morire di fame ....in questo paese così civile mi sbalordisce con tutte le tasse che paghiamo e la krankasse e affitti carissimi ....a differenza della Germania lo stato non aiuta a noi donne lavoratrici e future mamme ... i bambini hanno bisogno dei genitori ma allo stesso tempo u a garanzia di non perdere il lavoro e allo stesso tempo di poter crescere i bambini almeno nei 3 anni di vita ....più garanzie come negli altri paesi ....sono delusa !»
Michela
«Da wir in der Pflege den Menschen täglich Anti-Thrombose Strümpfe aus- und anziehen müssen, haben wir Pflegebetten (Höhe verstellbar) gefordert, um Rücken schonend arbeiten zu können. Aussage Pflegedienstleitung: „Ihr müsst nicht meinen, dass ihr jetzt wegen jedem Furz ein Pflegebett beantragen könnt. Ihr müsst selber schauen, wie ihr Rücken schonend arbeitet, dann müsst ihr halt am Boden knien, seid kreativ, lasst euch was einfallen“.»
Anonym
«Ich arbeitete 16 Jahre bei der Migros.
Als ich Schwanger wurde hat meine Chefin geäussert, dass man in dem Alter nicht mehr schwanger wird. Es war sehr schwierig für mich mich zu wehren. Das wurde mir zum Verhängnis mir wurde vorgeschlagen 70% arbeiten und der Ausgleich beim RAV zu holen. Das mit einem Kleinkind! Ich habe zugesagt, weil mir nicht anderes übrig blieb.Als ich einen Job fand, hab ich gekündigt und bei der neuen Stelle angefangen und es wurde noch schlimmer mit Mobbing ect.
Heute Arbeite ich 50% bei der Stadt und geh noch privat arbeiten.
Wie ungerecht man behandelt wird von Chefs, die keine Ahnung haben
Und am falschen Ort arbeiten.
Und alles kaputt machen auf dem buckel der Mitarbeiter das macht mich Traurig»
Martina
«War 4 Monate bei Pomedis angestellt und als Pflegerin im Triemli im Nachtdienst tätig, für Ferienüberbrückung und Personalmangel zu managen. Die Mitarbeiterin von Triemlispital behandelten mich mit Diskriminierung. Raporte, die ich kaum lesen konnte, musste ich unterzeichnen. Ich hatte keine Ansprechperson, an die ich mich wenden konnte, da ich extern Angestellt wurde. Die Krankenschwester waren richtig gemein und unterstellten Sachen, die nicht der Wahrheit entsprach. Kündigung folgt per Email und ohne Begründung.»
Anonym
«Als meine Freitagewünsche nicht berücksichtigt wurden und ich auf mein Recht auf Freizeitplanung aufmerksam machte, entgegnete mein Chef wie folgt.
Als du den Pflegeberuf gewählt hättest, wusstest du, dass du flexibel sein musst.
365 Tage im Jahr, 30 Tage im Monat musst du flexibel sein.»
Anonym
«Mein Vorgesetzter definierte ein neues Ziel, für mich als Pflegefachfrau HF.
Es lautete, dass ich vermehrt den Tellerabwasch machen muss.»
Anonym
«In der Fischindustrie wurde mir als deutschsprachige Frau der höchste Lohn bezahlt, danach kamen portugiesische Frauen und am wenigsten haben die türkischen Frauen verdient. Das ist doch ein Skandal! Nicht nur, dass wir Frauen, nur weil wir Frauen sind, ohnehin schon weniger Lohn bekommen oder generell wo arbeiten, wo der Lohn niedrig ist- viele Frauen verdienen aufgrund ihrer Herkunft nochmal weniger. Das nenne ich doppelte Diskriminierung.»
Britt
«Ich habe in der Nachtschicht bei einer Zulieferfirma in der Automobilindustrie gearbeitet. Einer der Mitarbeiter war aufdringlich gegenüber mir. Ich habe ihn darauf hingewiesen. Fortan hat er mir dauernd laut 'Hexe' hinterhergerufen und dafür gesorgt, dass wir immer im gleichen Team zusammen arbeiten. Ich habe mich extrem unwohl gefühlt.»
Birte
«Während meiner Ausbildung zur Automechanikerin war ich die einzige Frau in der Berufsschulklasse. Eines Tages wurde ich von einem der Lehrer im Unterricht gefragt, warum ich Automechanikerin werden möchte - Männer können schliesslich auch nicht Hebamme sein.»
Berit
«Arbeite in der Reinigung und habe ganz prekäre Arbeitsbedingungen. Niemand beachtet uns. Wenn man Krank ist, wird kein Lohn bezahlt. Am Flughafen wird es zum Teil für 4 EUR/H bezahlt und dass in der Schweiz»
Diarra Seck
«Wir haben in der Schule ein Thema namens Schweizer Persönlichkeiten. Insgesamt sind in diesem Lehrmittelverlag, von dem die Idee ursprünglich stammt, 48 Persönlichkeiten, von denen 6 Frauen sind. Ich und meine Freundin haben das zu Hause erzählt, von dort ist es in den Elternrat gelangt. Im Elternrat gab es eine Reporterin von dem SRF, die uns interviewen wollte. Wir stimmten zu und bewirkten so, dass das Lehrmittel rausgenommen wurde, und nicht mehr verkauft wurde. Man kann immer etwas bewirken, wenn man daran glaubt.»
Felicé
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«Sobald ich erfahren hatte, dass ich schwanger war, informierte ich meinen Chef darüber. Er fragte mich: "Und, machst du weiter oder treibst du ab? Es ist eben grad nicht der beste Zeitpunkt..." Mir fehlten die Worte!
Danach liess er mich noch schwerere Arbeiten in noch weniger Zeit als normalerweise erledigen, quasi als Strafe. Weil mich das natürlich mehr Zeit kostete, sagte er mir, ich tauge zu nichts und dass er sowieso nur Scheiss-Angestellte habe. An diesem Tag wollte ich eigentlich gleich nach Hause gehen, aber ich wusste, dass es dann nur noch schlimmer für mich würde...»
Anonym
«Logo que soube que estava grávida informei o chefe da minha empresa e ele perguntou-me: "vais continuar ou vais abortar? É que esta não é a melhor altura!”
“Eu fiquei sem reacção! Depois disso mandou-me fazer trabalhos mais pesados em menos tempo do que o normal, quase como castigo! Como demorei mais tempo, ele disse-me que eu não prestava para nada, que só tem funcionárias de merda!”
Nesse dia pensei mesmo em abandonar imediatamente o trabalho, mas sabia que iria ser mais prejudicial para mim.»
Catia
«Als ich meiner Chefin von meiner Schwangerschaft erzählt habe, hat sie eine Stellvertretung gesucht und diese gleich festangestellt. Acht Wochen nach der Geburt teilte sie mir dann per Email mit, dass sie mir künden wird. Ich wurde einfach ausgetauscht. Mit der Unterstützung meiner Gewerkschaft ging ich zur Schlichtungsstelle für Gleichstellungsfragen. Dort wurde die Kündigung als diskriminierend eingestuft. Hilfe holen und sich wehren lohnt sich!»
Lea
«Im Altersheim. Frau Graf ist inkontinent und muss statt Pants, Unterhosen mit Binden tragen. Wir von der Pflege waschen nun 3 mal pro Tag Unterwäsche um Kosten zu sparen.»
Sara
«Ich war langjährige Mitarbeiterin in einem Betrieb, Hausleiterin und Gruppenleiterin. Wir haben uns für einen Mann eingesetzt, der in einer sozial prekären Situation war und haben ihn in unserer Firma angestellt. Nach einiger Zeit wurde ich von ihm gemobbt. Ich habe mich gewehrt und das bei meinen Vorgesetzten angesprochen. Daraufhin wurde er gekündigt. Als ich selber krank wurde und eine Kündigung bekam, erfuhr ich während meiner Krankschreibung, dass der gleiche Mann wieder eingestellt wurde und meinen Position im Betrieb übernommen hatte.»
Anonym
«Ich war lange Zeit Hebamme im Kanton TG und SG, vier Jahre davon freiberuflich. Die Tarife mit den Krankenkassen waren derart schlecht, dass ich mit enorm viel Verantwortung und Einsatz von jahrelang erarbeitetem Wissen einen hundsmiserablen Lohn erwirtschaftete. Schade, mir tut es sehr leid um die jungen Frauen, welche kaum mehr Hebammen-Begleitung durch Schwangerschaft bis Ende Stillzeit finden. Der wohl älteste Frauenberuf der Welt findet heute zu wenig Anerkennung. Ich verdiene heute das 5-fache, indem ich mit dem Auto im Aussendienst das Klima noch etwas schneller zerstören helfe. Ich muss das tun, da ich nicht in der Altersarmut enden will. Traurig. Sehr traurig ist das.»
Heidi
«Logo 1 mês após o parto fui despedida verbalmente porque não sabiam o quão fiável eu passaria a ser, agora que tinha uma criança. Trabalho em enfermagem.»
Anonym
«Natürlich wird meine Rente niedriger sein als die meiner männlichen Kollegen. Ich habe ja für die gleiche Arbeit weniger verdient als die Männer im Betrieb.“»
Vera
«Mein männlicher Arbeitskollege verdient 500 Franken mehr als ich. Er hat keine Ausbildung. Ich bin in Ausbildung zur Sozialpädagogin, arbeite berufsbegleitend und verdiene bei gleicher Arbeit und mehr Fachwissen 500 Franken weniger. Das finde ich eine Frechheit!»
Nadja
«A gennaio ho lavorato per circa 250 ore, in media da 12 a 13 ore al giorno. Tra gennaio e marzo ho avuto solo due settimane di riposo. E ho figli a casa.»
Anonym
«Vor Beginn meiner Ausbildung zur Fachfrau Betreuung Kinder musste ich zwei Jahre als Praktikantin arbeiten. Im ersten Praktikum verdiente ich rund 600.- /Monat.
Meine Aufgaben beschränkten sich aufs Putzen, Kochen und Aufräumen. Blieb zum Schluss noch Zeit durfte ich mich zu den Kindern begeben. Wirklich ausgebildet wurde ich nicht.
Das ist nun bald 15 Jahre her und noch immer werden junge Frauen als billige Arbeitskräfte in Kitas ausgenutzt.»
Anonym
«Situata të tilla në rutinën e punës më zemërojnë shumë: Ne takohemi për pauzën e mëngjesit në kuzhinën e kafesë së ndërmarrjes. Një koleg vëren se përsëri duhet pastruar një frigorifer. Dhe, si të ishte diçka e natyrshme, të gjithë shikimet më drejtohen mua. Sikur unë si grua të jem automatikisht përgjegjëse për të pastruar frigoriferin.»
Anonym
«Mein Arbeitskollege kommt zu mir, der ein Unterlassen der Arbeit von einem anderen Kollegen aufgedeckt hat. Ich rate ihm die Sachlage bei seinem Vorgesetzten zu melden, da ich für eine andere Abteilung zuständig bin. Daraufhin meint er: "ich geh doch nicht petzen, ich bin doch keine Frau!"»
Anonym
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«Ich wurde im Büro von meinem Chef ständig betatscht. Als Verkäuferin ebenfalls (auch von meinem Chef). Er kam immer mit Doppelmoral-Sprüchen, liess mich alleine in die Pause gehen. Auch wurde ich viel gemobbt. Ich habe gekündigt und immer was gefunden. Ich hab mir nie was gefallen lassen.»
Anonym
«Was ich bei der Jobsuche erlebt habe, wenn ich im Interview antworte, dass ich 3 Kinder habe, ist Diskriminierung pur und macht mich so was von wütend. Ich werde erstaunt und zweifelnd angeschaut und dann wird zuerst mal eine Viertelstunde lang darüber geredet, dass Frauen einfach weniger zuverlässiger sind als Männer weil sie schwanger werden.»
Anonym
«Ich arbeite im Service. Immer wieder muss ich mir von Kunden Dinge anhören wie "Mein Kaffee wird besser dank deinen schönen Augen". Das ist ja nett gemeint (manchmal), aber nervt.»
Anonym
«In der Suisse Romande habe ich in einer Privatklinik gearbeitet als Kinderkrankenschwester. Es war aber keine gute Klinik, denn sie machten auch illegale Abtreibungen dort. Auch hatte es Aerzte die einem verhönten mit" Frau u. Technik", "Eisberg", u.s.w. Nur weil man ihnen mit Ihren Avancen nicht nachgegeben hatten. Habe mir so schnell wie möglich eine neue Stelle gesucht u. gefunden.»
Anonym
«Ich arbeitete in einer Kinderkrippe. Die Kleinkindererzieherinnen haben den Kleinkindern nicht mal die Windeln gewechselt. Ich habe mich mehrmals beschwert bei Ihnen u. sogar bei der Krippenleitung. Aber nichts geschah. Plötzlich wurde Mobbing gegen mich betrieben das bis auf eine Kündigung hinauslief. Ich wehrte mich durch das Frauenbüro u. Ausssagen der Eltern. habe gewonnen, aber ich konnte dort nicht mehr arbeiten. habe meine Stelle dadurch verloren. Nach 1 Jahr später wurde den 2 Krippenleiterinnen die Stelle per sofort gekündigt. Die Leidtragenden waren die dort betreuten Kinder! Schade!»
Anonym
«Ich arbeitete lange in einer Firma und wir hatten einen Chef , der sehr frauenfeindlich war. Eines Tages sagte er zu einem Mitarbeiter, dass er diese Arbeit nicht machen müsse, denn das sei "Weiberarbeit". Das hat mich sehr getroffen.»
Anonym
«Ich werde auf meine Arbeitsstelle als Pflegerin wie eine Sklavin behandelt. Habe fast kein Anrecht auf Privatleben. Arbeite 100 % und hatte im letzen Monat 50 H Überzeit. Kann nicht Frei nehmen oder Ferienwünsche äussern.»
Anonym
«Ich putze jeden Tag unter der Woche ein Büro, immer am Abend. Leider ist mein Deutsch noch nicht so gut, ich verstehe nicht alles, was die Leute sagen. Aber ich verstehe sehr gut, wenn sie mich wieder angrinsen und ganz abwertendend sagen "ah, hier kommt wieder die Putzfrau!" Die Leute haben keinen Respekt uns gegenüber. Dabei machen wir auch nur unseren Job.»
Anonym
«Ich habe bei UPS gearbeitet im Lager. Ich musste immer wieder Gegenstände wie Computer und schwere Technikware einpacken und Pakete rumtragen, die bis zu 60 kg schwer waren. Den ganzen Tag. Ich habe dort 10 Jahre gearbeitet, weil ich das Geld brauchte. Als Ausländerin waren meine Chancen schlecht. Irgendwann hatte ich starke Rückenprobleme. Eines Tages musste ich wieder auf eine hohe Leiter steigen zum Auspacken. Ich rutschte aus und fiel auf den Rücken. Nach 180 Tagen Krankheit wurde mir gekündigt. Seither ist mein Rücken kaputt und ich finde keine Arbeit mehr.»
Anonym
«Schon seit meiner Lehrzeit begannen die Mobbing Attacken meinem Vorgesetzten, wobei ich erwähnen muss, dass dies alle Lehrlinge betroffen hat und auch immer noch betrifft. Er war mir gegenüber diskriminierend, nannte mich «scheiss Jugo» und machte immer wieder negative Bemerkungen wegen der Herkunft meiner Eltern. Es passte ihm auch nicht, dass mein Freund dunkelhäutig ist und auch darum musste ich mir jede Woche anhören wieso ich «mit dem Neger» zusammen bin, und dass mein Vater bestimmt Nachts deswegen nicht schlafen könne. Seinen Aussagen nach sollte ich einen älteren Freund haben, welcher mehr Erfahrungen im sexuellen Bereich hat. Von Frauen hält er sowieso nicht viel und sexistische Witze standen an der Tagesordnung. Diese Bemerkungen gingen bis zu meiner Kündigung im November 2018 weiter.»
Anonym
«An meinem alten Arbeitsort (Musikbranche) war Sexismus an der Tagesordnung. Ständig musste ich mir schlimme Sprüche anhören. Mein Chef kommentierte jeden Tag meine Kleidung, wie gut ihm doch meine Strümpfe und Röcke gefallen und lief an meinem Bürozimmer vorbei und meinte: immer wenn ich an deinem Büro vorbei laufe, kriege ich Lust auf Brüste. Ein anderer Mitarbeiter war noch schlimmer: Er sagte mir Dinge wie "hast du am Wochenende Gang Bang gemacht?" oder "nicht zu wild heut Abend, obwohl ein wenig Double Penetration wirst dein junger Körper schon vertragen". Zur Begrüssung sagte er mir auch jedesmal giuon porno (buon giorno). Es war ziemlich schrecklich.»
Anonym
«Ich arbeitet jahrelang als Putzfrau. Wir hatten nie richtiges Material, meine ganze Gesundheit hat darunter gelitten.»
Anonym
«In einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle als Sprachlehrerin sagte mir die Personalverantwortliche: "Wenn Sie so eine Frisur haben, werden die Schüler sie aber niemals ernst nehmen."»
Isa
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«Eine Mitarbeiterin von mir arbeitet in Hotels und musste sich nebenbei einen anderen Job suchen, weil sie und andere Mitarbeiterinnen nicht genügend Arbeitsstunden zugeteilt bekamen. Aber andre Arbeitskollegen, die gut mit der Personalchefin auskommen, bekommen mehr Stunden zugeteilt. Meine Kollegin hat ein 50-100 % Vertrag und arbeitet jetzt in mache Monaten 100h. So was soll doch gar nicht zulässig sein.»
Anonym
«Bei einer Reorganisation wurden zwei Abteilungen zusammengelegt und es waren mehrere Vorgesetzte « zu viel » für den Mann wurde ein neues Pösteli geschaffen und er behielt den Lohn. Wir zwei Frauen wurden ins Team zurückgestuft und mussten heftige Lohneinbussen hinnehmen. An Zufall glaube ich nicht.»
Anonym
«Ich arbeite in der Kinderbetreuung (Kitas) Männer sind rar in den Kitas und immer wird ihnen mehr versprochen und bezahlt. Mein Mitarbeiter hatte bereits zwei Lohnerhöhungen in einem Jahr und ich noch keine»
Larissa
«Ich habe lange in einem Waschsalon gearbeitet. Alles Frauen, ausser der Chef. Im vorderen Teil des Geschäfts waren die Waschmaschinen und Tumbler und im hinteren die Bügeltische und die Heissmangel. Manchmal, wenn wir am glätten waren, haben uns die Kunden nicht gleich gesehen. Ein Kunde hat immer, wenn nicht sofort eine von uns nach vorne gesprungen ist, um ihn zu bedienen, gepfiffen. Wie nach einem Hund. Mega respektlos. Als ich mich beim Chef über den Kunden beschwert habe, meinte mein Chef, ich soll mich nicht so anstellen.»
Nicole
«In meinem Betrieb lief der Chef durch das Büro und sagte zu uns Frauen: Ihr dürft nicht schwanger werden, ihr sollt besser Karriere machen.»
Anonym
«Für uns Mütter ist es nicht fair. Wir arbeiten einen Tag lang für eine Firma, 10-12 Stunden und am Abend haben wir keine Zeit für unsere Kinder. Und die Firma dankt es uns nicht mal mit Respekt...»
Anonym
«Als Frau, die keinen Schweizer Pass besitzt und in der Industrie in der Produktion arbeitet, habe ich den Eindruck, dass mein Lohn noch niedriger ist als sowieso schon.»
Anonym
«Ich arbeitete in der Industrie, in der Frühverpackungstechnik. Wir mussten mehrere Samstage nacheinander arbeiten. Irgendwann sagte ich meiner Chefin: "Ich kann dieses Mal nicht, weil mein Sohn ein Fussballspiel hat. Ich will zuschauen gehen." Da sagte sie mir: "Das geht nicht, du musst trotzdem kommen! Fussball ist etwas für Männer und nicht für Frauen."»
Anonym
«Im Januar habe ich ca. 250 Stunden gearbeitet, im Durchschnitt 12 bis 13 Stunden pro Tag. Zwischen Januar und März habe ich nur 2 Wochenende frei gehabt. Und ich habe Kinder zu Hause.»
Anonym
«Im 2017 durfte ich einem professionellen Team mithelfen. Ich habe mich total bemüht und extra Stunden geschoben, weil mir die Arbeit super gefallen hat. Als es zu Ende war gab es eine Präsentation vor allen Mitarbeitern und der CEO sprach ein Lob aus an allen die dazu beigetragen haben. Meine jüngeren vorallem männlichen Kollegen warfen mir Sprüche an den Kopf wie „was hast du dafür gemacht?“ „wieviel mal bist du auf die knien runter“ etc. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich die jüngste im diesem Projektteam war. Für mich war das so beleidigend, weil ich mich total in die Sache reingehängt habe. Ich habe Leistungen erbracht und meine männlichen Arbeitskollegen sehen meine harte Arbeit nicht.»
Anonym
«Ich habe Textil-Design an einer renommierten Schule in London studiert. Seit meinem Abschluss der hart erkämpft wurde, musste ich immer wieder mit Momenten umgehen, die mich zum kotzen bringen. Beispielsweise ein grosses Warenhaus bietet eine Praktikumsstelle für 100% an und offeriert 1'200.00 CHF als Monatslohn oder eine Inhaberin von einem Stoffladen in Zürich wollte mich nicht fest anstellen, da ich ja sicher vorhabe bald schwanger zu werden...»
Anonym
«ich arbeite im verkehrs-sicherheitsdienst. Ich arbeite 100% 12 - 13 Stunden, Tag - Nachtschichten sowie Wochenenddienste. Ich arbeite seit 5 jahren in der Firma und bekommme 4000,- franken ausgezahlt. Ich bin eime von drei Mitarbeiterinnen. Meine männlichen Kollege bekommen alle mehr.»
Anonym
«Mein Vorgesetzter machte mal eine Anspielung, dass ich eine Blasenentzündung habe, weil ich zu viel Geschlechtsverkehr habe»
Anonym
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«Familie zu werden ist hierzulande gar keine natürliche Sache. Sobald der Bauch sichtbar ist, wird nachgefragt, nein eher nachgebohrt und ich fühle mich wie eine betriebliche Hochrisiko-Bombe. Anders als bei einem Ausfall wie für Militär»
Anonym
«Meine Chefin sagt mir immer wieder, was ich anziehen soll, damit unsere Klienten nicht von meinem Ausschnitt abgelenkt werden.»
Anonym
«Als ich schwanger wurde wollte ich mein Pensum nach der Geburt meines Sohnes auf 50% reduzieren. Von meinem Arbeitgeber, bei dem ich 10 Jahre gearbeitet hatte, bekam ich daraufhin die Antwort, dass ich nur mit 80% wieder einsteigen könne. Auch müsse ich weiterhin in allen Diensten arbeiten, die wir in der Schichtarbeit haben. Ich kündigte daraufhin meine Stelle und suchte eine 50% Stelle für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt nach meinem Mutterschaftsurlaub. Ich habe unzählige Bewerbungen geschrieben und nur Absagen erhalten. An den Vorstellungsgesprächen musste ich mir immer wieder die gleichen Dinge anhören: „Können Sie denn wirklich ganze Tage arbeiten? Wissen Sie, wir hatten schon viele Frauen, die das zuerst geplant hatten und dann …“
Schlussendlich begann ich mich in anderen Branchen zu bewerben, obwohl ich Pflegeassistentin bin; im Service, im Migros und im Denner. Ich war wirklich verzweifelt.»
Nadja*
«Ich habe lange Zeit gearbeitet, 25 Jahre beim gleichen Betrieb.
Ich arbeitete genau wie die Männer, trotzdem bleibt mein Lohn immer noch gleich. Nie gibts Erholung.
Das ist nicht fair.»
Namir*
«Ich arbeitete in einer Bäckerei. Dort hat es ein Mitarbeiter, er wird von allen sehr geschätzt. Doch mich belästigt er jedesmal sexuell. Eines morgens kam er zu mir und wollte das ich ihm ein Blowjob verpasse, dazu sei ich ja hier. Als ich es gemolden habe, sagte meine Chefin nur "nimm es nicht ernst, so ist er nun mal. Ich soll ihm den gefallen machen damit er andere in Ruhe lasst."
Habe die Kündigung eingereicht. Bin nun an einem besseren Ort»
Jeannine*
«Solche Situationen im Arbeitsalltag machen mich wirklich wütend: Wir treffen uns zur Frühstückspause in der Kaffeeküche vom Betrieb. Ein Kollege bemerkt, dass der Kühlschrank mal wieder saubergemacht werden sollte. Und wie selbstverständlich landen alle Blicke bei mir. Als wäre ich als Frau automatisch dafür verantwortlich, den Kühlschrank zu putzen.»
S.I.
«Da ich relativ jung aussehe, werde ich bei jeder Veranstaltung oder Sitzung - jedoch ausschliesslich von Männern - zuerst einmal gefragt, ob ich die Praktikantin sei. Es nervt mich, dass ich als junge Frau so viel Energie dafür verschwenden muss, um ernst genommen zu werden.»
Sibylle*
«Ich wurde von Anfang an eher tief eingestuft, eine Tatsache, die ich dachte, mit überzeugender Arbeit korrigieren zu können. Obwohl ich überdurchschnittlich arbeitete, d.h. Weiterbildungen absolvierte, Innovationen einführte, höchst mögliche Note beim Qualifikationsgespräch bekam, stand mein Lohn vier Jahre still. Als ich um eine Beförderung bat, wurde mir im grossen Stil gegen Ende Jahr ein Couvert überreicht, das mir 1000 Franken Bonus versprach. Statt überschwänglicher Freude - was beim Überreichen offensichtlich erwartet wurde - überkam mich ein beklemmendes Gefühl. Ich schlief eine Nacht darüber und ging am Tag danach zu meiner Chefin und sagte, dass ich den Bonus nicht annehmen konnte. Es gab dafür zwei Gründe. Erstens erfasste ich den Bonus als Ersatz einer Lohnerhöhung, und als solches wäre es viel zu tief. Man wolle mich vertrösten. Zweitens, weil mir gebeten wurde, über den Bonus mit Kolleginnen nicht zu reden. Das verstärkte mein Schamgefühl. Das die Löhne und die ev. Boni geheim halten werden, kann ich nur so deuten, dass sie nicht gerecht sind und darum nicht ans Licht kommen dürfen. Ich bin wirklich frustriert darüber!»
Ruth*
«Ich arbeite in einem Pflegeheim und bin 100% angestellt. Ich arbeite hart und hebe schwer. Als wir einen Brief bekamen, dass wir auch Nachtschichten schieben müssen, ging meine Psyche und mein Rhythmus hin und her ich bekam auch Rückenprobleme und wurde häufiger krank und das wird zum Verhängnis! Ich bin nur eine Pflegekraft und finde, dass ich und meine Kollegen als Pflegehelfer srk sehr wenig verdienen!»
Maritza*
«Mir wurde 1 Monat nach der Geburt bereits mündlich gekündigt mit der Aussage, man wisse ja nicht wie zuverlässig ich mit einem Kind sei. Ich arbeite in der Pflege.»
Samira*
«Die Höhe des Gehaltes in der Industrie war nicht mein Problem, weil ich als Technikerin sehr gut ausgebildet bin. Aber Aufstiegsschancen in höhere Positionen gab es für mich kaum bis gar nicht. Obwohl ich besser qualifiziert war, habe ich nicht die höheren Posten bekommen. In einer männerdominierten Branche wie der MEM-Industrie haben es Frauen sehr schwer, von ihren männlichen Kollegen als Vorgesetzte anerkannt zu werden.»
Claudia*
«„In unserem Betrieb sagen sie: Ihr Frauen wollt doch Gleichberechtigung - Dann arbeitet jetzt bitte auch im 3 oder 4 Schichtsystem wie eure männlichen Kollegen. Echte Gleichberechtigung ist das ja wohl nicht. Wie sollen wir mit so einem Schichtsystem noch die Hausarbeit und Kinderbetreuung stemmen?“»
Ingrid
«In der Industrie sind 80%-Stellen für Frauen meist nicht vorgesehen. Das ist ein Problem, weil viele Frauen sich um die Versorgung der Kinder und Familie kümmern – da bleibt mit einer 100%-Stelle nicht genug Zeit. Um die Arbeitszeit zu reduzieren, reicht als Begründung die Versorgung von Kindern in der Regel nicht aus.»
Regula
Erzähl deine Geschichte
«Unsere Geschäftsleitung stellt lieber Männer als Frauen ein, weil bei den Frauen die Gefahr auf Schwangerschaft bestehen kann. Wie können wir jedoch die Menschheit auf dieser Welt sicherstellen, wenn die Frauen keine Kinder mehr haben dürfen?!»
Sina
«Mir wurde nach fast 16 Jahre gekündigt (Coop). 4 Jahre habe ich Mobbing durchgemacht, musste Lügen, üble Nachrede… über mich ergehen lassen, wurde krank und der Sozialdienst, der Verkaufsleiter und die Personalabteilung haben nichts gegen gegen das Mobbing unternommen.»
Barbara
«Als eine Kollegin nach dem Mutterschaftsurlaub wieder zu arbeiten beginnt, (weil sie ihren Job mag, weil sie und ihr Mann sich das so eingerichtet haben, ... ), macht ihr Chef(!) folgende Bemerkung: “Das tut mir jetzt aber Leid, dass dein Mann so wenig verdient, dass du arbeiten musst.»
Mariam